Milan Svoboda

Skladatel, dirigent, jazzový pianista

Milan Svoboda Quartet

30.11.2017 20:00

Germany, Regensburg, Leerer Beutel

Milan Svoboda Big Band

8.12.2017 21:30

Praha, Reduta Jazz Club

Milan Svoboda Piano Solo

Milan Svoboda - Jiří Bárta Duo

Milan Svoboda Sextet

MS & Big Band VOŠ KJJ

24.11.2017 19:00

Praha, Žofín

Cimrman v říši hudby

28.11.2017 19:00

Praha, Divadlo Járy Cimrmana

MS & Symphony orchestra

Milan Svoboda - Michal Gera Duo

Germany, Cham (Milan Svoboda Quartet)

14.1.2011, Rathaus Konzertsaal

"Weltklasse - Jazz in Cham" war kein leeres Versprechen

Beim Milan Svoboda-Quartett brannte am vergangenen Sonntag die Luft im Chamer Langhaussaal 

(CHAMER ZEITUNG)

 

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Mit Superlativen wie "Weltklasse" sollte man sehr sparsam umgehen bei Konzert-Ankündigungen. Auf das erste Chamer Rathauskonzert 2011 am vergangenen Sonntagabend mit dem Milan Svoboda-Jazzquartett aus Prag dürfte dieses hochgegriffene Prädikat aber den Nagel wirklich auf den Kopf getroffen haben. Dafür spricht auch, dass der Langhaussaal bis auf wenige Plätze mit Jazzfreunden aller möglichen Präferenzen gut gefüllt war. Natürlich gibt Chams "noble Kulturstube" nicht die Jazzclub-Atmosphäre her, die manche Besucher bevorzugt mit dem speziellen Blue-Note-Lebensgefühl verbinden, doch dürften auch diese durch ein Konzerterlebnis der Sonderklasse mehr als zufriedengestellt worden sein. 

Auf dem Podium vier Koryphäen aus dem Nachbarland: Die beiden legendären Jazz-Professoren, Bigband-Leiter, Komponisten, Arrangeure, aktive Ausnahmemusiker usw. usw. - Milan Svoboda/Piano und Ivan Audes/Drums. Dazu zwei weitere Schwergewichte der Prager/Pilsner Szene, Milan Krajic, Tenor- und Sopransaxophon, und der E-Bassist Filip Spaleny, die wie Svoboda und Audes auch international großes Renommee genießen. Jeder der Vier hat ein fundiertes klassisches Musikstudium absolviert, was sich natürlich in ihrem universellen Musikverständnis, insbesondere für den Jazz und in ihren virtuosen Fähigkeiten als Solist und Partner niederschlägt. 
Eher etwas konventioneller eingestellte Zuhörer legten beim Vorstellungsstück "Next Day" (wie fast alle Nummern von Svoboda selbst komponiert) wohl ein wenig die Ohren an, da sich zunächst das überaus druckvolle Spiel in "gehobener Lautstärke" zeigte. Was sich dann allerdings recht schnell relativierte und, je nach dem Charakter der Stücke, sich mehr und mehr differenziert darstellte. Abgesehen vom Pegel war aber bereits hier klar: Man hat es beim "Milan Svoboda-Quartett" mit einer Ausnahmeformation zu tun, die in ihrem unglaublichen Stilmix nie den klassischen Swing vergessen - als Basis allen Geschehens und immer wieder als Rückzugsterrain. Ein Groove, der die unterschiedlichen Geschmäcker der Jazzfreunde im Saal wohl gleichermaßen bediente. Da brannte also die Luft gleich zu Beginn und das Feuer sollte zwei Stunden lang anhalten. 
Ob Fusion, harscher Modern Jazz, ob gefühlvolle Balladen oder Mainstream, da war eine unglaubliche Melodik im Spiel. Nicht nur bei denen, wo das als "Pflichtleistung" erwartet wird - dem Pianisten und dem Saxophonisten. Auch der "singende" Bass und Audes variantenreiches Schlagzeug lieferten weitaus mehr als nur den bloßen Rhythmus-Groove. Dazu eine Dynamik, die jedes Stück zu einem Mikrokosmos voller Überraschungen werden ließ. 
Ein Quartett aus so phantastischen Einzelkönnern lebt einerseits von deren solistischer Virtuosität, auf die hier noch einzugehen ist. Andererseits ist es aber auch die Geschlossenheit, die über den Tag hinaus in Erinnerung bleibt. Für diese interne Harmonie sorgen schon einmal die "sophisticated arrangements" Milan Svobodas, die er höchstselbst am Klavier mit durchdachtem Akkordspiel unterlegt und zusammenhält. Da scheint in jedem Augenblick die Erfahrung aus jahrzehntelanger Bigband- und Combozeit durch, wenn er sein Piano wie einen Pailletten-bestickten Mantel um seine Mitspieler legt, mit vollen Händen zugreift und die Impros, insbesondere die von Milan Krajic, uneigennützig mitträgt, stützt oder ihnen zu zusätzlicher Wirkung verhilft. 
Gerade die geglückte Gratwanderung zwischen Teamspiel und solistischem Eigeninteresse ist es, was den Erfolg einer Combo dieser Spitzenklasse ausmacht. Das beherzigen die Vier in beinahe "blindem" Einverständnis. Sicher - ab und zu wäre in Ivan Audes feinnervigem Schlagzeug ein bisschen weniger vielleicht mehr gewesen, zumindest bei den rasanteren Nummern zu Beginn. Kann aber durchaus sein, dass nur die etwas konservativeren Zuhörer das so empfanden. Aber auch diese schwenkten bald auf die Linie seines rastlosen, doch nie hektischen Spiels ein - spätestens dann, als die interne Rollenverteilung und Gewichtung definiert war und man feststellte: Das passt ja alles wunderbar zusammen. 
Wirklich gute Schlagzeuger spielen mit sechs Komponenten: mit zwei Händen, zwei Füßen, Kopf und Herz. Die so brillant zu synchronisieren, dass zeitgleich zwei, drei vermeintlich konträre Rhythmen dabei entstehen - die aber nicht zu einem Pattern-Brei verschmelzen, sondern in sich und sogar als Ganzes absolut stimmig sind - das ist schon erste Sahne. Wenn Audes beispielsweise im Jazzwalzer "Conversation" den eigentlichen Dreivierteltakt in alle denkbaren Bestandteile zerlegt und dann als Samba wieder zusammensetzt, dann wieder "den Walzer swingt" hinter dem überschäumend perlenden Piano, ist das schlicht ebenso sensationell wie seine fulminanten Soli, die er mit Besen, Sticks, Hotrods oder sogar mit den blanken Händen von der Bühne fegen lässt. 
Um bei dieser Nummer zu bleiben und bei Filip Spaleny, dem Bassisten: Er übernimmt verzugslos vom Klavier das Thema, glänzt mit regelrechten Koloraturen auf seinem 5-Saiter. Spaleny improvisiert gerne in den oberen Lagen, "singt" mehr wie mit Afrikas Stimme, als dass er ihn ausschließlich in den tiefen Tönen grooven lässt. Wie Audes explodiert er dann förmlich vor überbordender Spiellaune, agiert brillant und ungemein melodiös wie Svoboda auf dem Piano. Und das nicht nur einmal am Abend, sondern immer wieder einmal. Dazwischen kommt er seiner "Basisarbeit" als Teamworker mit bestechender Musikalität nach. Ein Traum von einem E-Bassisten! 
Genausowenig wie bei seinen drei Kollegen lässt sich die Variationsbreite Milan Krajics an nur ein oder zwei Nummern festmachen. Er hat ganz einfach alle Farben zur Verfügung, die sein Tenorsax und die "feine Lady Soprano" überhaupt hergeben. In der Melancholie-getränkten Ballade "Autumn" lässt er das Publikum sanft dahinträumen. In der mitreißend heißen Samba "Fuddle" (heißt etwa "beschwipst", oder wie wir Bayern sagen würden, "mit einem Räuscherl") peitscht er es mit kernigen Tönen hoch. Atemberaubend schnell ist er da, flexibel sowieso und hart am Thema. 
Um hier noch eines aus der aufregenden Vielfalt an Stücken herauszugreifen: Von der Bühne des Langhaussaales hat man nicht leicht jemals einen Tango in solch verzwickter Version vernommen wie bei "The Sign of Secretary": Svoboda bringt mit wilden Tastentänzen den Steinway zum Schmelzen, Audes deutet eher hinterkünftig an, als dass er Klartext spielt, Sax und Bass geben das Tango-Fuego-Tanzpaar voller Leidenschaft. Und auf alle Viere wäre man stolz - von Finnland bis Argentinien, von Prag bis Cham. 

Johann Reitmeier
Chamer Zeitung 2011

 

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